Was ist ein „Traumjob“? | die erste (naive) Antwort eines Studenten

Seit ein paar Monaten arbeite ich nun schon als Werkstudent bei einem großen Medienkonzern. Und was soll ich sagen? Ich liebe es. Und als ich das festgestellt habe, musste ich kurz stocken: Ist dieser Job nicht alles, was ich nie wollte?

Schon lange mache ich mir Gedanken darüber, was ich später arbeiten möchte. Ich studiere Medienmanagement (ein toller Studiengang übrigens), und es ist klar, dass ich etwas kreatives machen möchte. Aber ob ich nun in die Werbung gehe (zB in der Modeindustrie), oder eher in Richtung Journalismus, in die Beratung, zum Fernsehen, in die Musik oder zu einer Filmproduktion, das ist alles noch offen. Ich habe jedoch ein Paar Anforderungen:

  • Flexible Arbeitszeiten (ich möchte früh kommen, und dafür früh wieder gehen)
  • Nicht nur am Schreibtisch
  • kreative Verwirklichung
  • etwas erschaffen, was bleibt
  • flache Hierarchien (wenn möglich, wäre ich mein eigener Chef)
  • keine Social-Media-Scheiße (Facebook-Ads werden aussterben – ich prophezeie es jetzt schon)

Das wichtigste bei der Arbeit:

Mir fällt nun auf, dass meine momentane Arbeit viele dieser Punkte nicht erfüllt. Mir wird klar, welcher der wichtigste ist, für einen Traumjob. Die Kollegen!
Okey, man sitzt oft am Schreibtisch, aber durch den Gang unserer Büros schallt gute Musik.
Okey, man erstellt keinen Content, der die Welt bewegt, aber es macht einem trotzdem Spaß, weil nicht nur der Inhalt für Leidenschaft sorgt, sondern die Arbeit an sich einfach schön ist.
Okey, das Unternehmen ist riesig, man hat gefühlt hundert Vorgesetzte, aber ich habe trotzdem das Gefühl, einen wichtigen Beitrag zu leisten.

Viele von uns Medien-Begeisterten glauben wahrscheinlich, dass man nur glücklich wird, wenn man an Oscar Produktionen oder Gesellschaftskritischen Dokus arbeitet, wenn man die Welt verändert und dadurch quasi unsterblich wird. Ich nehme mich da selbst nicht raus, ich habe eben erst jetzt erkannt, dass das (höchstwahrscheinlich) eine Illusion ist. Erstens kann man nicht davon ausgehen, gar damit planen, in solch einem hart umkämpften Feld so erfolgreich zu werden. Zweitens stimmt es vielleicht gar nicht, dass man dort zwangsläufig glücklich ist, wahrscheinlich ist sogar das Gegenteil der Fall: Viel Druck, viel Verantwortung führen dazu, dass man mit seinen Kräften tagtäglich an der Grenze zur Überforderung wirtschaftet.

Ich habe bei all meinen bisherigen Überlegungen zu meiner späteren Arbeit diesen wichtigen Punkt völlig außer acht gelassen. Das Arbeitsumfeld ist vielleicht sogar wichtiger, als die Arbeit selbst.

Schauen wir mal, ob sich diese Erkenntnis bewahrheitet im echten Arbeitsleben, welches bei mir ja zum Glück noch ein paar Jährchen auf sich warten lässt. Alles in Allem bin ich nicht zuletzt wegen dieser Erkenntnis froh, dass ich den Job als Werkstudent angenommen habe

Was also ist ein Traumjob?

Einen Traumjob hat man, wenn man glücklich ist. Man sollte vielleicht (gerade als Student) aufpassen, welche Erwartungen man an das spätere Berufsleben hat. Gerade in der Medienbranche muss man sich die Frage stellen, was man zum glücklich sein wirklich braucht und ob es dafür zielführend ist, sich nie zufrieden zu geben. Die Dinge objektiv zu betrachten mit der Frage „bin ich im Moment glücklich?“ ist wahrscheinlich das wichtigste, um zu einer Erkenntnis zu kommen. Wie man sich aber zum Beispiel zwischen mehreren Jobs in der Bewerbungsphase entscheidet…keine Ahnung…


Beitragsbild von Rüdiger Stehn
Verwendet unter CC BY-SA 2.0

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