„Mach dein Ding“ – aber gut

Wow…das dieser Typ wirklich mal wieder einen Beitrag schreibt…unglaublich.
Ja, ich habe lange nichts geschrieben, was daran liegt, dass ich im Stress bin und zwar mit allem. Ich arbeite seit Weihnachten an meiner Bewerbungsmappe fürs Designstudium, wie im letzten Beitrag schon angekündigt, und seit ca. einem Monat mach ich mir Stress. Und dazu kommt das Abi. Und die Band. Und die Beziehung.

Es gibt Phasen, da bin ich von mir selbst überzeugt, denke „Hammer Bild, das tuste rein in die Mappe, die werden begeistert sein“, und Sekunden später bin ich absolut demotiviert. Ich informiere mich täglich auf diversen Internetseiten und -foren über die Bewerbungsmappe, alle sagen immer „Mach dein Ding“.

Aber was, wenn „mein Ding“ nicht zum Erfolg führt?

Ich will mir selbst treu bleiben. Und das schaffe ich bis jetzt auch. Scheisse wird’s nur, wenn ich mit „meinem Ding“ keinen Studienplatz bekomme, wenn „mein Ding“ niemandem gefällt und „mein Ding“ die Qualifikation für den Studiengang Kommunikationsdesign (die ich meiner Meinung nach habe) nicht deutlich genug aufzeigt. Dann geht nämlich die Welt unter.

Ich erklär das mal: Meine Freundin und ich haben eine Beziehung von über drei Jahren – wir träumen.
Wir träumen von einem gemeinsamen Leben.
Und weil wir diesen Traum wahr machen wollen, ist der Masterplan: Nach dem Abi zusammenziehen.
Aber das geht nur wenn ich meinen Studienplatz in der Stadt bekomme, in der auch eine Uni mit dem Studienplatz ist, den meine große Liebe belegen möchte – dieser ist nicht zulassungsbeschränkt.

Das heißt, ich bin das Problem. An mir steht und fällt dieser Plan.

Und wenn ich es nicht schaffe und meine Mappe zu schlecht ist, was mache ich dann? Klar: Nochmal probieren, zum Sommersemester ’18.
Und bis dahin? Und wenn es dann wieder nicht klappt?

Ich hatte bisher ein wirklich einfaches Leben, muss ich zugeben. Biolebensmittel, Auto, Haus, gut in der Schule ohne zu große Mühe, tolle Freunde, ein wenig kreatives Talent, die Band, eine wunderbare Beziehung.
Aber jetzt? Jetzt bricht es wirklich über mich herein. Manche werden sicherlich behaupten, das wären auch nur Luxusprobleme, weil ich weiß, meine Eltern kann ich immer anpumpen, wenn was nicht klappt.
Aber wow diese Studienbewerbung ist gefühlt die erste richtige Herausforderung in meinem Leben. Ja wirklich. Noch nie war etwas, das meine Anstrengung erforderte, von so großer Bedeutung wie das. Noch nie hatte mein Scheitern so große Konsequenzen.

Und dann fängt man an, bei jeder Idee zu denken: „Wollen die das sehen?“
Und nicht mehr: „Finde ich das gut?“
Aber so zu denken, wird mir den Platz versauen. Denn bei der Bewerbungsmappe geht es um Individualität. Die suchen nach Persönlichkeiten, nicht nach Einheitsbrei.
Deswegen erinnere ich mich jeden Tag daran: „Mach dein Ding“
Ich bin gespannt, wie lange ich das noch kann, bevor ich versuche mich zu verbiegen um ins Muster zu passen. Ins Muster des typischen. Und damit versage.

 


Beitragsbild von wonder-ing
Original
Verwendet unter CC BY-SA 2.0


Nachtrag:

Ich bin zum Studium Kommunikationsdesign nicht zugelassen worden. Es lag am Eignungstest, meine Mappe hätte an allen Unis, zu denen ich sie geschickt habe, gefallen.
Man merkt deutlich, wie viele Selbstzweifel und Stress ich gehabt haben muss, als ich diesen Post damals verfasst habe. Wie fast immer im Leben hat sich dann aber doch alles zum guten gewendet, ich entdeckte nämlich in quasi letzter Sekunde den Studiengang Medienmanagement und lebe jetzt meinen Traum. Das harte Aufnahmeverfahren für Design liegt natürlich an den hohen Bewerberzahlen und die hohen Bewerberzahlen liegen daran, dass jeder, der „etwas kreatives“ studieren will oder ein wenig Talent fürs Zeichnen hat, magisch von Kommunikationsdesign angezogen wird.

Also an alle, die an sich zweifeln oder die Absage schon haben: Schaut euch um, es gibt noch so viel mehr da draußen.

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