Das erste Semester Medienmanagement – Ein Resümee

Glaubt mir, ich bin zusammengezuckt, als ich im Duden nachgeschlagen habe, dass man „Resümee“ wirklich so schreibt. Was ich dadurch aber noch herausgefunden habe ist, dass es auf der Liste der rechtschreiblich schwierigen Wörter steht, also muss ich mir da keinen Vorwurf machen. Wie auch immer, ein Resümee ist eine „knappe Inhaltsangabe“ beziehungsweise eine „kurze Zusammenfassung“, kann aber auch als „Schlussfolgerung“ oder als „wichtiges Ergebnis von etwas“ angesehen werden. Und alles das werde ich jetzt niederschreiben, über mein erstes Semester Medienmanagement. 

Knappe Inhaltsangabe / Kurze Zusammenfassung 

Die Module unseres ersten Semesters mit tollen Abkürzungen wie RECH, MEÖG, oder PROA unterteilten sich meist noch in zwei bis drei verschiedene Fächer. Im Großen und Ganzen kann man den ganzen Studiengang in „Medien machen“ und „Betriebswirtschaft“ unterteilen, vom theoretischen Workload her ungefähr gleich gewichtet, doch wurde das erste Semester ganz klar vom EPRO, dem Erstsemesterprojekt, dominiert. 

Das EPRO 

Kurz und knapp: Ich war Projektleiter, es war scheisse stressig, und am Ende ging es um die halbe Note des Moduls PROA, welches zu 1,86% in die Bachelor-Gesamtnote eingeht.
Aber gelernt habe ich in diesem Fach am meisten, jemals, inklusive Schule. 

Unsere Aufgabe war es, vier einstündige Radiosendungen zu produzieren. So weit so gut, doch dann wollte auch noch eine Abschlusspräsentation und ein Ordner mit sämtlichen Projektergebnissen auf die Beine gestellt werden. Mit vier Monaten Zeit sollte das auf den ersten Blick ja kein Problem sein, klar, aber nur, wenn man sonst keine anderen Vorlesungen, Tutorien und ein Privatleben hat. 

So ein umfangreiches Projekt direkt ins erste Semester zu packen ist natürlich ein Statement. Das ist das, was auf euch zu kommt, sagt uns die Hochschule damit. Und in der Tat, wenn man noch keine Ahnung von Projektmanagement hat, kann es schon schwierig werden eine Gruppe von 18 Studierenden zum Arbeiten zu bewegen – und dabei nicht wie der größte Tyrann zu wirken., oder alles auseinanderfallen zu lassen.

Ich bin stolz auf die Arbeit, die wir als Projektteam geleistet haben. Die vier Sendungen waren immer ein Spektakel, die Beiträge hochwertig und unsere Lernkurve beachtlich. Und wir hatten immer Spaß. Stressig wurde es erst, als es an die Dokumentation und Präsentation ging. 

Der stressigste Tag meines Lebens… 

…war wohl der Tag der Präsentation und Ordnerabgabe. Wir brauchen noch Trennblätter aus dem Schrank in der Uni? Ich finde den Schlüssel nicht. Ich habe vergessen die Etiketten zu kaufen? Ich renne in die Stadt. Dann den Ordner zuhause zusammenstellen? Über 600 Seiten in ein Ringbuch pfriemeln. Unser Prof legt Wert auf den Dresscode? Ich finde meine guten Schuhe nicht. Das FH-Logo auf dem Deckblatt fehlt? Mein Drucker spinnt. Plötzlich fehlen über die Hälfte unserer Timesheets? Ich muss in der Hochschule kurz vor der Veranstaltung nochmal drucken – für 26€. Alle Mitglieder sollen eben jene Timesheets unterschreiben? Einer fehlt. Ich will nach dem stressigsten Tag meines Lebens einen Glühwein genießen? ICH VERSAUE MEIN HEMD! 

Die Freundschaften… 

…sind aber natürlich das Beste, was aus dem EPRO hervorgegangen ist. Wenn man quasi gezwungen ist, miteinander zu arbeiten, muss man eben Kontakte knüpfen. Bei uns kann man nicht nur die Vorlesungen besuchen und dann wieder verschwinden. Und das ist das tolle hier – wir sind alle so verdammt nett zueinander. Das Teamtraining, das Projekt, wir haben gelernt, dass man nur mit Höflichkeit und Geduld auf lange Sicht mit anderen Menschen zu tun haben kann. Und wir werden noch viel miteinander zu tun haben. Keine Hausarbeit schreiben wir alleine, keine Präsentation wird alleine vorbereitet. Durch den NC bei den Bewerbungen muss die Hochschule außerdem nicht mehr aussortieren, so entsteht kein Konkurrenzdenken. Und genau das sorgt hier für diesen Medienmanagement-Spirit, der, so glaube ich, wirklich einzigartig ist. 

Und sonst so? 

Ich hatte ja eingangs bereits erwähnt, dass das EPRO das erste Semester dominiert hat. Die anderen Vorlesungen waren (wie in jedem Studiengang) mal mehr, mal weniger interessant. Meine persönlichen Highlights: VWL, weil es unheimlich interessant ist und Typografie, weil ich halt doch irgendwo noch ein Künstler in mir steckt.

Schlussfolgerung / wichtiges Ergebnis 

Erstmal war es natürlich eine große Umstellung, von Zuhause aus zu ziehen. Ich kann immer noch nicht Bügeln und es gibt immer noch gefühlt jeden dritten Abend Nudeln. Meine bessere Hälfte und ich haben dieses neue Leben aber super im Griff und wir fühlen uns großartig. 

Was ich noch lernen muss: Öfter ja sagen. Jetzt bin ich Student, jetzt bin ich noch frei. Mein Problem ist, dass ich nicht wirklich spontan bin, aber es gerne wäre. Wenn ich mich zum Beispiel schon auf einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher oder auf eine Mittagspause zuhause gefreut habe, fällt es mir schwer, das über den Haufen zu werfen und mich meinen Kommilitonen anzuschließen. Ich habe das Gefühl, das sich das schon auf meine Fremdwahrnehmung ausgewirkt hat und muss dem jetzt schnell entgegenwirken, bevor ich zu gar nichts mehr eingeladen werde. Und ich muss endlich wieder Sport machen. 

Abschließend: Ich bin mit allem Zufrieden. Mit den Noten, dem Studiengang, vor allem den neuen Freunden und insgesamt mit meinem ganzen Leben.
Ich bin gespannt, was im zweiten Semester auf mich zukommt. 

Ein Kommentar zu „Das erste Semester Medienmanagement – Ein Resümee

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